Rezepte

Die rumänische Küche ist einfach, aber lecker. Richtige Hausmannskost. Inspiriert ist sie von den jeweiligen Besatzern und Nachbarn; es gibt türkische, griechische, russische, ungarische, etc. Einflüsse. Aber immer hat man etwas Eigenes daraus gemacht. Meistens gibt es keine Mengenangaben, denn jede Familie kochte anders und mit dem, was gerade zur Verfügung stand. Irgendwann wurde pro Familie und Monat nur eine Flasche Öl zugeteilt. Für die Zutaten für eine Suppe musste man in der Regel viele Stunden anstehen, weswegen man einmal pro Woche 10 Liter gekocht und sich dann im Laufe der Woche davon ernährt hat. Den Leuten auf dem Land ging es etwas besser, denn sie bauten viel selbst an. Auch süße Kuchenrezepte gibt es zuhauf.

Hier veröffentliche ich nach und nach meine Lieblingsrezepte.


Salată de Vinete

Hier wird also aufgeklärt, wozu ich immer kiloweise Auberginen kaufe. Salată de Vinete ist ein leckerer Brotaufstrich, den man auch einkochen und haltbar machen kann. Am besten schmeckt er kalt aus dem Kühlschrank.

Zutaten:

Ca. 12 Auberginen

Ca. 4 – 5 Zwiebeln

500 ml Sonneblumenöl

Salz, Pfeffer

Ca. 12 Auberginen mit der Gabel einstechen und grillen oder im Backofen backen, bis die Haut schwarz und schrumpelig ist. Wenn man vergisst, sie einzustechen, könnte es sein, sie explodieren. Gibt zwar ein authentisches Gefühl, die Putzerei nachher ist aber nicht so toll.

Die abgekühlten Auberginen aufschneiden, wie ein Buch aufklappen und das Innere herauskratzen. Über Nacht in einem Sieb das Wasser herauslaufen lassen. Am nächsten Tag den Auberginenbrei pürieren oder klein hacken, mit genug Salz und Pfeffer würzen. Reichlich Zwiebeln kleinschneiden oder ebenfalls pürieren (Ich nehme für 12 Auberginen ca. 4 – 5 Zwiebeln, je nach Größe, sollte schon würzig schmecken). Die Zwiebeln in reichlich Sonnenblumenöl anbraten, zu den Auberginen geben und alles gut vermischen. Sollte der Aufstrich nicht cremig genug sein, noch Öl dazugeben. Sollte es nicht würzig genug sein, vorsichtig Zwiebeln und Salz oder Pfeffer „nachladen.“

Wenn man mit dem Geschmack zufrieden ist, in saubere, sterilisierte Gläser einfüllen und in einem Topf mit kochenden Wasser haltbar machen. Die Gläser danach mit dem Deckel nach unten aufstellen, so dass sich ein Vakuum bildet. Auskühlen lassen und im Kühlschrank lagern.


Ciorbă de Perișoare

Das ist eine Suppe für jeden Tag. Man macht sie zu Beginn der Woche und ernährt sich davon so lange es geht, denn wir hatten ja nüscht früher im Osten.

Zutaten:

Suppengemüse + Suppenhuhn (optional)

500 g Hackfleisch

ca. 4 – 5 kleinere Kartoffeln

1 – 2 Paprika, rot

4 – 5 Karotten

1 Bund Petersilie

1 Bund Liebstöckel

ca. 1 – 2 Esslöffel Reis

1 – 2 Esslöffel Tomatenmark

1 – 2 Esslöffel Essig

Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Bohnenkraut

Sonnenblumenöl

Dazu reichen: Schmand, Brot

Das Suppengemüse putzen, klein schneiden und anschwitzen, mit dem Suppenhuhn zu ca. 5 Litern Suppe kochen (oder weniger, wenn man es nicht so harcore rumänsich haben will). Für Faule: Aus Gemüsebrühe/Hühnerbrühe genug Suppe zusammenmischen.

Das Hackfleisch mit Salz, Pfeffer, dem Paprikapulver und dem Reis mischen, zu kleinen Bällchen formen. Manche geben noch ein Ei dazu, muss aber nicht sein. Die Größe der Bällchen ist optional, ich mach sie eher teelöffelklein.)

Die Karotten, Kartoffeln, Paprika klein schneiden und in die kochende Suppe geben. Die Hackfleischbällchen ebenso. Die kleingehackten Kräuter auch.

Jetzt kommt das Heikle: Genug Tomatenmark und/oder Essig dazugeben. Die Suppe sollte säuerlich, aber nicht zu sauer schmecken. Achtung: Das Tomatenmark sollte nicht süß sein, sonst schmeckt das Ganze nach gefüllten Paprika. Ich hab mal aus Versehen süßes Tomatenmark aus Italien verwendet; schwere Sünde!

Manche werfen noch Erbsen oder anderes Gemüse der Saison oder je nach Geschmack hinein. Wenn die Hackfleichbällchen zart sind und auf der Zunge zergehen, ist die Suppe fertig. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Mit einem Klecks Schmand servieren, Brot dazu; fertig!

Die Suppe schmeckt mit jedem Aufwärmen ein kleines bisschen besser.

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